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Kennen Sie Dieter Nuhr? Er hat in seinen Stand-up Comedy-Auftritten den Ausspruch geprägt: „Wenn man nichts zu sagen hat — einfach mal Fresse halten!”
Und so habe ich mich gefragt, was wir Ihnen in unserer heutigen Ausgabe berichten könnten, das für Sie von Interesse sein könnte. Vielleicht die lustige Tatsache, dass es mittlerweile eine Keksesser-Typologie gibt, die auf Basis von methodischen Beobachtungen bei Konferenzen und Besprechungen in Ämtern erstellt wurde? Hmmm, eher nicht, oder? Für die, die jetzt doch der Meinung sind, dass das unglaublich wichtig für sie sei: Es zeigte sich, dass die Qualität und Menge der gereichten Kekse definitiv eine Aussage darüber liefert, wie hoch die Besprechungsteilnehmer in der Wertschätzung des Unternehmens stehen. Und dass Kekse in diesem Umfeld die wichtige taktische Funktion der Motivation und sozialpsychologischer Interaktion erfüllen. Falls Sie Hersteller von Keksen sind, denken Sie doch einfach mal über Büro-Editionen nach, die nach netten Farben und Status vorsortiert zu kaufen sind. Für alle, die sich nicht für das Keksthema begeistern können: Sehen Sie, das sind keine berauschenden News.
Dann stieß ich noch auf die überlebenswichtige Information, dass jetzt im Dezember zum vierten Mal die Weihnachtsmann-Meisterschaft »Deutschland sucht den Weihnachtsmann« stattfand. Bei der diesjährig in Celle abgehaltenen Challenge gewann ein 68 Jahre junger Rentner aus dem Teutoburger Wald und durfte sich über die wahnsinnige Prämie von 500 Euro freuen. Er löste übrigens den Sänger Ross Antony ab. Aus so einer halben Sache ließe sich im Prinzip richtig was machen — aber ich denke da gerade an meinen Lieblingssatz „Tolle Idee, machen wir aber nicht”. Also auch kein echtes Newsletter-Thema.
Was eine wirklich tolle Idee war, die das Unternehmen Gott sei Dank (oder schlauem Chef sei Dank) auch gemacht hat, können Sie auf vielen TV-Kanälen aktuell bestaunen. Die »1&1 Internet AG« hat scheinbar ein lobenswertes Marketing und beantwortet dem allseits verwirrten und teilweise verärgerten Telekommunikationskunden ein schwer wiegendes Problem. Nicht das gerne so bezeichnete Beschwerde- oder Reklamationsmanagement wird hier in den Vordergrund der Markenkommunikation gerückt, sondern die neuste „Innovation von »1&1«”. Der Leiter der Abteilung KundenZUFRIEDENHEIT. Wow. Ich bin glücklich. Nein, gerührt und geschüttelt. Was für eine super Idee und eine noch bessere Umsetzung. Marcell Davis berichtet hier live und mit Visitenkarte, dass er sich persönlich um die Verbesserung der Kundenanliegen kümmern wird. Und: Er ist schon seit sechzehn Jahren bei »1&1«. Na, wenn das mal nicht für Beständigkeit in der heutigen Arbeitswelt steht! Und zwar Beständigkeit für Unternehmen und Mitarbeiter. Also auch für das Kundenvertrauen. Ich liebe diese Kampagne. Ich bin ganz verrückt nach ihr. Eine Seltenheit, dass solche Agenturempfehlungen sich als weise Entscheidungen der Verantwortlichen für das Unternehmen realisieren lassen. Geht doch!
Ein anderes, allerdings etwas weniger dolles Ding, wäre der Rede wert. »Red Bull« zeigen erneut ihr Gespür für halsbrecherische Innovationssportarten und wuseln gerade als Hauptsponsor der »Crashed Ice Challenge« verstärkt durch die TV-Sender und Medien. Todesmutige Schlittschuhraser schubsen bei höchstmöglicher Geschwindigkeit in einer tunnelartigen Eisbahn ihre Mitläufer aus der Kurve. Wer live dabei sein möchte und auf blutige Nasen hofft, kann noch Tickets für dieses beflügelnde Spektakel am 16. Januar 2010 in München erwerben. Ich empfehle den Marketern von »Hansaplast« und »Voltaren« dringend sich das reinzuziehen und über ein langfristiges Engagement nachzudenken.
Ansonsten. Tja, wir kämpfen nach wie vor mit Vertragsrechten. Einerseits mit der »GEMA», um Ihnen die Musik unseres DJ-Portfolios online stellen zu dürfen. Andererseits mit der Gestaltung der Künstlerverträge an sich, da nicht alle Künstler frei von anderen Managementverträgen sind, die mit unseren Vereinbarungen kollidieren könnten. Insbesondere die teilweise in den Samples von DJ´s verwendeten Musikstücke, die durch externe Musikverlage geschützt sind, machen die Diskussionsreichweite enorm. Wir sind also derzeit in der Lage, Buchungen durchzuführen, aber noch nicht in dem von uns angestrebten, sinnvollen Umfang und Rahmen. Läuft also.
Was läuft noch — ja, unsere Anstrengungen, an unser verdient erarbeitetes Geld zu kommen. Mit den bereits im September erwähnten Verlusten in nennenswerten Größen muss man sich als Geschäftsführer leider intensiv befassen. Immer wieder interessant, dass die Geschichten aus der »EXPRESS« auch einen selbst treffen können. Ich meine damit nicht die Tatsache des Stossbetrugs an sich (das kennt man ja allzu gut und es hat fast jeden schon Mal getroffen), sondern vielmehr Storys wie „ ... hat sich nach Thailand abgesetzt ...”. Oder keinen müden Cent in der Tasche haben, aber mit dem »Porsche Carrera S« durch die Ortschaften düsen. In letzter Zeit hörte ich des Öfteren, ich solle mal ein Buch über meine letzten zehn Jahre im Geschäftsleben schreiben. Die seien ausreichend, um einen Bestseller daraus zu machen. Aber wo bitte soll ich DIE Zeit noch hernehmen, wo es doch so viel Schöneres für WISEMENT zu tun gibt?
Sie sehen, dass wir weiter führen, was wir begonnen haben. Ich muss nur akzeptieren, dass nicht jedes Jahr so glatt läuft wie es 2008 war. Da lief es wie geschmiert; ging alles wie auf Blitzeis. Und zwar genau so wie ich es mir vorgestellt und es geplant hatte. Dafür war das heute zu Ende gehende Jahr die reinste Entschleunigung (elegant formuliert). Da half auch »Red Bull« trinken nicht weiter; die schnellen Racer-Flügel wollten einfach nicht wachsen. Dafür wachsen mir nun langsam die Flügel der „Engelsgeduld”.
Was uns als Ihrem Dienstleister und Ihnen als Kunden und Partnern das neue Jahr bringen wird? Wer weiß es schon. Oder hätten wir letztes Silvester wirklich gedacht, dass aus dem absehbaren Schlingern der Börse in 2008 ein Totalschaden im folgenden Februar werden würde? Wenn Sie Finanzexperte sind: Vielleicht. Wenn Sie wie ich zu den kleinen und mittleren Unternehmern gehören: Wohl kaum. Da hat es den ein oder anderen auf´s Glatteis geführt. Wen es nicht hingeschlagen hat, den hält es bei der Rutschpartie. Und das daraus resultierende Schlingern der freien Wirtschaft wird wohl noch einige Monate anhalten.
Doch Juhuuu — WISEMENT hat es überlebt. Und da kommt mir selbst nach einem so turbulenten Jahr einer der besten Werbesprüche des Jahrhunderts in den Sinn, der da sagt: „Wenn einem also so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen »Asbach Uralt« wert.” »Asbach« haben Sie zum Weihnachtsfest nicht von uns bekommen. Jedoch das gute Ergebnis der Träubchen aus unserer gemeinsamen Kunden-Partner-WISEMENT-Leckerschmecker-Weinstöcke-Parzelle des ökologischen Weingutes Claus Bischoff. Ohne Schnickschnack, ohne glitzernde Weihnachtskärtchen. Ganz im Sinne des gesellschaftlich weltweiten Wirtschaftsgeistes 2009.
Damit lassen wir es — frei nach dem eingangs zitierten Dieter — gut sein. Es wird ohnedies zu viel geredet und zu wenig getan. Wir wünschen Ihnen einen genussvollen Start ins neue Jahr. Alles Gute, viel Glück, noch mehr Mut, vertrauensvolle Partner, Gesundheit, Weitsicht, treue Kunden, ehrliche Mitarbeiter, Freude an Entwicklung, starke Nerven ... und was Sie noch so alles brauchen können.
Kurz: Happy 2010 !!!
Iris Cappellen.
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